Medienkompetenz-Projekte des Bayerischen Rundfunks (BR)

(Teil 1 der Reihe „Medienkompetenz­vermittlung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk“)

Der Bayerische Rundfunk (BR) bietet verschiedene digitale Projekte zum Thema Medienkompetenz und Medienkompetenzvermittlung. Im Vordergrund steht das Portal „so geht MEDIEN“, das, initiiert von ARD, ZDF und Deutschlandradio, vom BR federführend geleitet und produziert wird. Daneben gibt es aber noch weitere Projekte, die der BR selbst durchführt (z. B. die Lehrerfortbildungen bei „BR macht Schule“) oder an denen der BR beteiligt ist. Wir stellen diese Angebote nachfolgend vor.

so geht MEDIEN

URL: https://www.br.de/sogehtmedien

Screenshot der Website

Screenshot der Website „so geht MEDIEN“

Art des Angebots: Eigenständige Website.

Aufgaben/Ziele: Förderung des kritischen Bewusstseins von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Medien.

Zielgruppen: Grundschule und weiterführende Schulen: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, Lehrkräfte

Besteht seit: Nov. 2016 (siehe Pressemitteilung des BR)

Das bietet „so geht MEDIEN“

Screenshot der Seite von so geht MEDIEN für die Grundschule

Screenshot der Seite von „so geht MEDIEN“ für die Grundschule

  • Für die Grundschule
    Derzeit sechs verschiedene Themen und Unterrichtseinheiten: Ca. dreiminütige Videos (auch zum Download), kurze Informationen zum Thema, methodische Überlegungen, Lernziele/Kompetenzgewinn, Verlaufsplan Unterrichtsstunde, Lösungsblätter, Arbeitsblätter für Kinder. Die gut verständlichen und altersgemäßen Videos für die Grundschule stammen vom „Team Timster“ (KiKA). Durch ein Video führt jeweils eine Person, entweder Soraya Jamal oder Tim Gailus, beide „Team Timster“-Moderator*innen.
Screenshot der Seite von so geht MEDIEN.

Screenshot der Seite von „so geht MEDIEN“ für weiterführende Schulen

  • Für weiterführende Schulen
    17 Themen werden folgendermaßen angeboten: Ca. zehnminütige Videos (auch zum Download), Informationen zum Thema, methodische Überlegungen, Lernziele/Kompetenzgewinn, Verlaufsplan Unterrichtsstunde, Informationen zum benötigten Material (alles auch zum Download), Arbeitsblätter für Jugendliche, ein Quiz zum Thema. Hinzu kommen zusätzliche drei Themen, die aber ohne Lernmaterialien angeboten werden, sowie ein Video-Lexikon. Durch die Videos für ältere Kinder und Jugendliche führen die drei Moderator*innen Christina Wolf, Sebastian Schaffstein und Koku Musebeni, manchmal allein, manchmal auch zu zweit. Die Videos zeigen zu den einzelnen Themen Situationen auf, die wohl jeder Jugendliche kennt.

Die einzelnen Themen werden Schulfächern und Kompetenzbereichen zugeordnet (siehe „Kompetenzen in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz). Die Lehrkraft findet zu einzelnen Themen jeweils auch grundlegende Informationen, zum Beispiel: Was ist TikTok, wie funktioniert es, was reizt Kinder und Jugendliche an dieser App, welche Gefahren gibt es?
Alle Videos können in verschiedenen Ausgabegrößen heruntergeladen werden.

Bewertung des Portals „so geht MEDIEN“

Gut:

  • Witzige, gut verständliche und altersgemäße Aufbereitung der Videos im Grundschulbereich.
  • Weiterführende Schulen: Diese Videos sind deutlich länger und vermitteln auch – altersgerecht – deutlich mehr Inhalte. Wo es angebracht ist, werden diese auch mit augenzwinkerndem Humor dargeboten. Die Moderatoren diskutieren zum Teil untereinander, gehen auch mal raus, stellen dort Szenen nach oder fragen zum Beispiel Schüler*innen nach ihrer Meinung zu einem Thema – das macht die Videos kurzweilig und abwechslungsreich.
  • Apps wie Instagram und TikTok sind erst ab 13 Jahren (und dann auch nur mit Zustimmung der Eltern) erlaubt. Trotzdem werden die Unterrichtsmaterialien auch für Klassenstufen (ab 5. Klasse) empfohlen, in denen die meisten Kinder dieses Alter noch nicht erreicht haben (ab 5. Klasse). Das ist realitätsnahe Vermittlung!
  • Der Schwerpunkt der Informationen liegt nicht im Bereich „Gefahren“: Das Video über „TikTok“ zum Beispiel zeigt die guten und die schlechten Seiten auf – aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, der von der Nutzung abrät. Zudem gibt es auch Beiträge für kreative Mediennutzung (Erstellung guter Videos usw.)

Verbesserungswürdig:

  • Die Zugänge zu einzelnen Themen und Materialien sind auf mehreren Wegen möglich. Das macht das Angebot an einigen Stellen etwas unübersichtlich.
  • Manchmal gefällt die Wortwahl nicht, wenn zum Beispiel im TikTok-Video relativ lax vom „süchtig sein“ gesprochen wird. Ähnliches gilt für das Video zum Thema „Ab wann bin ich süchtig nach meinem Handy?“

Weitere Medienkompetenz-Angebote des BR

  • BR macht Schule – Lehrerfortbildungen
    Webtalks, Onlineseminare, eSessions, Workshops für Lehrkräfte – das bietet „BR macht Schule“. Die Fortbildungen rund die Medienkompetenzförderung: Wie können digitale Medien im Unterricht produktiv eingesetzt werden? Dabei werden auch Schüler*innen eingebunden, die online mit Medienprofis des Bayerischen Rundfunks diskutieren.
    zum Projekt „BR macht Schule“
  • Schülermedientage
    Wie arbeiten Journalisten? Was müssen sie bei der Recherche beachten? Wie können sie Geschehnisse faktenbasiert einordnen? Wie gehen sie mit Fake News um? Diese und mehr Fragen können Schüler*innen (in der Regel ab Klasse 8) innerhalb des Projekts der Schülermedientage direkt mit Journalist*innen besprechen. Beteiligt sind regionale und überregionale Medienhäuser, darunter auch der Bayerische Rundfunk. Organisiert wird das Projekt von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
    mehr Informationen auf www.schuelermedientag.de
  • crossmedia – Kreativwettbewerb für Schulen
    Beim Wettbewerb des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus ist der Bayerische Rundfunk Kooperationspartner. Teilnehmen können Schüler*innen aller Altersstufen mit Projekten rund um die kreative Nutzung von Software und digitalen Medien.
    weitere Informationen zum crossmedia-Wettbewerb
  • young reporter – Journalismus lernen
    Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren erzählen als „young reporter“ eine eigene Geschichte und erfahren von Profis des Bayerischen Rundfunks, wie diese Geschichte journalistisch aufbereitet werden kann.
    zur Seite „young reporter“