Update: August 2022

Medienkompetenz­vermittlung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Seit der Gründung der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender (ARD, ZDF, Deutschlandradio sowie diverse regionale Sender) gehört das Thema Bildung, neben Unterhaltung und Information, zu ihren grundsätzlichen Aufgaben. Mit der zunehmenden Verbreitung der (schon lange nicht mehr so) „Neuen Medien“ und ihrer relativ freien Zugänglichkeit auch schon für Kinder und Jugendliche rückte verstärkt die Vermittlung von Medienkompetenz in das Bildungs-Blickfeld. Wir schauen uns derzeit die digitalen Medienkompetenz-Angebote der einzelnen Rundfunkanstalten an: Informationen zum Bayerischen, zum Hessischen und zum Mitteldeutschen Rundfunk stehen bereits online (siehe unten) – weitere schließen sich in alphabetischer Reihenfolge an. 

Spielzeug-Laptop und der Begriff

Spielzeug-Laptop; Bild: Grimme-Institut / Michael Schnell

„Die Rundfunksendungen sollen in Sprache und Musik (später, sobald technisch möglich, auch im Bilde) Unterhaltung, Bildung, Belehrung und Nachrichten vermitteln“, heißt es bereits 1948 in der „Satzung des Nordwestdeutschen Rundfunks“, des ersten Senders als „Anstalt des öffentlichen Rechts“ (mit dem Kulturpolitiker Adolf Grimme an der Spitze).[1]

Das hat sich bis heute nicht grundlegend geändert. Im gültigen Medienstaatsvertrag von 2020 spricht der 3. Abschnitt „Besondere Bestimmungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ davon, dass seine Angebote „der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen“ haben.[2] Zwischen der alten Satzung und dem aktuellen Staatsvertrag liegen eine Reihe von Verträgen – u. a. der erste Rundfunkstaatsvertrag von 1987 und folgende 21 Rundfunkänderungsstaatsverträge –, die nach und nach auch das Thema „Neue Medien“ und in Verbindung damit die Medienkompetenzvermittlung in den Blick nahmen. So betont schließlich der Medienstaatsvertrag von 2020 im 3. Abschnitt, § 30:

„(3) Durch die zeitgemäße Gestaltung der Telemedienangebote soll allen Bevölkerungsgruppen die Teilhabe an der Informationsgesellschaft ermöglicht, Orientierungshilfe geboten, Möglichkeiten der interaktiven Kommunikation angeboten sowie die technische und inhaltliche Medienkompetenz aller Generationen und von Minderheiten gefördert werden.“[3]

„Technische und inhaltliche Medienkompetenz“ – zu ihrer Vermittlung finden sich bei den einzelnen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aktuell verschiedene Formate. Die meisten Rundfunkanstalten bieten mehrere Medienkompetenz-Projekte an, der BR beispielsweise Projekte zu aktuellen Ereignissen (Schülermedientage, Ukraine-Krieg, Lehrerfortbildungsprogramme usw.), die gesammelt auf der Website des Senders vorgestellt werden. Daneben gibt es aber auch ein paar umfassende, für sich stehende Portale mit eigener URL, teilweise mit Materialien für Lehrkräfte und Schüler*innen.

Der Medienbildungshub bietet eine Übersicht über die angebotenen Inhalte und wagt sich an eine Bewertung.

Medienkompetenzprojekte der einzelnen Sender

Bayerischer Rundfunk (BR)

Screenshot der Grundschul-Seite von

Screenshot der Grundschul-Seite von „so geht MEDIEN“

Der Bayerische Rundfunk bietet verschiedene digitale Projekte zum Thema Medien­­kompetenz/Medien­kompetenzvermittlung. Im Vordergrund steht das Portal „so geht MEDIEN“, das, initiiert von ARD, ZDF und Deutschlandradio, vom BR federführend geleitet und produziert wird.

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Hessischer Rundfunk (hr)

Screenshot der Website

Screenshot der Website „BildungsBox“ des Hessischen Rundfunks

In der so genannten „BildungsBox“ werden auf einer einer Website alle Bildungsangebote des hr präsentiert, auch verschiedene Projekte und Angebote zur Vermittlung von Medienkompetenz, unter anderem „What’s Web“, einzelne Tutorials und der Teachers’s Snack.

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Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

Screenshot der Website „MEDIEN360G“ des Mitteldeutschen Rundfunks

Screenshot der Website „MEDIEN360G“ des Mitteldeutschen Rundfunks

MEDIEN360G für Erwachsene, Tween Screen für Kinder ab 8 Jahren und das MDR Wissen „für alle“ sind die drei Medienkompetenzangebote des MDR, die auf dieser Seite vorgestellt werden.

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Verweise

[1] Siehe die „Satzung des Nordwestdeutschen Rundfunks“ I. / §1 von 1948, in: Amtsblatt der Militärregierung Deutschland, Britisches Kontrollgebiet, Bd. 22 (1948), S. 657. Online abrufbar auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek unter: https://portal.dnb.de/bookviewer/view/1026627605#page/657/mode/1up (abgerufen am 25.05.2022).

[2] Medienstaatsvertrag aus dem Jahre 2020, §26 (1). Online abrufbar über die Website der Landesregierung Rheinland-Pfalz unter: https://www.rlp.de/fileadmin/rlp-stk/pdf-Dateien/Medienpolitik/Medienstaatsvertrag.pdf.

[3] Medienstaatsvertrag (2020, s. Fußnote 2), § 30 (1).