Gemeinsam gegen Hate Speech und Fake News

Grimme-Institut: Akademie und Medienbildung kooperieren bei DVV-Projekt

Wie können Jugendliche und junge Erwachsene mit Hass und Falschnachrichten im Netz umgehen? Wie sollten sie auf Hate Speech reagieren? Und wie lassen sich Fake News erkennen? Die Grimme-Akademie und die Grimme Medienbildung haben gemeinsam ein Kurskonzept zu den Themen Hate Speech und Fake News für den Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) entwickelt und führen im Rahmen des Förderprogramms MedienkulturCAMPus Schulungen für Kursleitende und Multiplikator*innen durch.

Notebook-Tastatur mit Tasten

Notebook-Tastatur mit Tasten „Hate“ und No Hate“; Bild: Grimme-Institut

In der aktuellen JIM-Studie (2021) geben 58 Prozent der befragten 12- bis 19-Jährigen an, im letzten Monat auf Hassbotschaften im Internet gestoßen zu sein, 42 Prozent auch auf Fake News. Während Hate Speech meist relativ einfach zu erkennen ist, fällt vielen die Einordnung von Nachrichten schwer. Während die Gründe für Hassrede im Netz und für Falschnachrichten zum Teil sehr unterschiedlich sein können, geht es bei beiden Phänomenen häufig darum, die Einstellungen zu bestimmten Themen zu beeinflussen oder zu manipulieren – sei es durch Einschüchterung und Gewaltandrohung ganzer Gruppen (Hate Speech) oder durch beabsichtigte und gezielte Falschmeldungen (Fake News).

„Medienbildung“ und „Medienkompetenz“ sind Begriffe, die immer wieder fallen, wenn es um geeignete Strategien geht, wie Fake News erkannt werden können und wie man Hate Speech entgegentritt. Das Grimme-Institut beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit diesem Themenkomplex. Das Projekt „BRICkS“ (Building Respect On The Internet By Combating Hate Speech) stellte dazu auf europäischer Ebene frühzeitig die Weichen: Mit vier Partnerinstitutionen, Social-Media-Expert*innen und Medienpädagog*innen wurden von 2014 bis 2016 Trainingsmodule und Hilfsmittel für den Einsatz in der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit entwickelt und in etlichen Workshops an deutschen Schulen erprobt.

weitere Informationen zum Projekt „BRICkS“

Website des Projekts

„Modulbox“ zu Hate Speech und Fake News

Bereits 2019 entwickelte die Grimme-Akademie im Auftrag der „Zentralstelle Politische Jugendbildung des Deutschen Volkshochschul-Verbands“ die Modulbox „Politische Medienbildung für Jugendliche. Auf Hate Speech und Fake News reagieren“, die später um das Thema „Dark / Private Social“ erweitert wurde. Die Materialsammlung mit integriertem Unterrichtskonzept richtet sich hauptsächlich an Multiplikator*innen und Pädagog*innen, die mit jungen Zielgruppen arbeiten, und bietet diesen zahlreiche Beispiele und Anknüpfungspunkte für die medienpädagogische Arbeit. Das offene Format der Modulbox bietet dabei größtmögliche Flexibilität für unterschiedlichste Kursformate und Zielgruppen.

weitere Informationen zur Modulbox / Download

Schulungen zum Einsatz der Modulbox

Im Rahmen des Förderprogramms MedienkulturCAMPus (DVV) hat das Grimme-Institut aktuell ein Schulungskonzept zu den Einsatzmöglichkeiten der Modulbox entwickelt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kursleitende der Volkshochschulen, freie Medienpädagog*innen und Multiplikator*innen.

Die eintägigen Veranstaltungen erläutern den Aufbau der Materialsammlung und des hinterlegten Unterrichtskonzeptes und befähigen zum Einsatz mit unterschiedlichen Zielgruppen. Im Fokus stehen dabei Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene.

Es sind noch Plätze frei!

Sie interessieren sich für die Einsatzmöglichkeiten der Modulbox und eine mögliche Zusammenarbeit in geförderten Projekten? Dann bewerben Sie sich für einen der folgenden Schulungstermine:

21.04.2022

13.05.2022

20.05.2022

weitere Informationen und die Bewerbungsunterlagen